Von Rapunzel bis Pink Paradise

Dem Klimawandel sei “dank”, sind lang andauernde, sommerlich-warme Witterungsabschnitte im September, der früher Holzmonat oder Herbstmond genannt wurde, mittlerweile ja nichts Ungewöhnliches mehr. Dennoch: die Tage werden nun merklich kürzer, nämlich um täglich 2 Min. Mit ergiebigem Gemüseanbau wird es deswegen allmählich schwierig. Pflanzen benötigen zum Gedeihen neben passenden Temperaturen schließlich auch eine ausreichend hohe Lichtdosis, sprich Tageslänge. Ein paar Ausaaten sind aber bis Mitte September noch drin: Neben den schnellwüchsigen Radieschen gehört dazu ein Klassiker: der Feldsalat (Valerianella locusta). Dieses gesunde Blattgemüse könnt Ihr, Anfang des Monats ausgesät, mit etwas Glück schon im Spätherbst ernten, sonst den Winter über. Feldsalat, den man früher auch Rapunzel nannte und wild sammelte, ist ein willkommener Vitaminlieferant in der kalten Jahreszeit.
Das Gleiche gilt für den wenig bekannten Portulak (Portulaca oleracea).

Dieses Wildgemüse, das schon in grauer Vorzeit genutzt wurde, wird heute leider nur noch selten angebaut, obwohl es mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen aufwartet (Vitamin A, B C, E, Mineralstoffe und Spurenelemente). Das Tollste aber ist: die Keimdauer des Portulak beträgt nur wenige Tage und Ihr könnt die nussig und leicht säuerlich-salzig schmeckenden Blätter bereits nach vier Wochen ernten! Sie schmecken als Zutat bestens in Quark oder Feta-Salat. Bei der Aussaat dürfen die kleinen Samenkörner nicht mit Erde bedeckt werden, da Portulak ein Lichtkeimer ist.
Wer es von Euch schon im zeitigen Frühjahr gern bunt im Garten hat, sollte ab Mitte September mit dem Setzen von Blumenzwiebeln beginnen. Denn je früher Ihr sie in die Erde bringt, desto eher blüht es dann im kommenden Jahr. Empfehlenswert sind Arten, die verwildern und so ihren Bestand ohne unser Zutun von Jahr zu Jahr selbst vergrößern. Sie sind zudem meist am robustesten. Dazu gehören vor allem Schneeglöckchen, Winterlinge, Traubenhyazinthen und Krokusse. In ihrer Sortenvielfalt kaum zu toppen sind natürlich Tulpen, deren Neuzüchtungen immer Blicke auf sich ziehen. Ihre Zwiebeln sind allerdings auch bei Wühlmäusen sehr begehrt, sodass man sie besser in Pflanzkörbe setzt. Ganz anders Narzissen.

Deren Zwiebeln enthalten ein Gift, welches die ja auch auf unserem Vereinsgelände nicht selten vorkommenden Nager garantiert vom Anknabbern abhält. Neben den bekannten gelbblütigen Narzissen — gemeinhin auch Osterglocken genannt–, gibt es mittlerweile auch Sorten in reinweiß und orange-weiß, wie z.B. die Sorte “Double sweet ocean”. Sogar an pink-weißen Blüten der Sorte “Pink Paradise” kann sich, wer will, erfreuen.

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Noch angenehme Spätsommertage wünscht Euch

Stefan